Von der Tafel zum tablet

Die Geschichte der Unterrichtsmedien in der Schule

Marco Gryska | 18.12.2021

Medien vom lat. „media“ für „Mittler“ beschreibt die Funktion eines Objektes, die es Schüler*innen ermöglicht, eine Umwelterfahrung zu machen, die nicht darauf angewiesen ist, dass sie sich direkt in der unmittelbaren Umgebung des natürlichen Ursprungs eben jener befinden. Eine Definition des Begriffs der „Unterrichtsmedien“ gibt Jörg Dohnicht in seinem Buch „Leitfaden Schulpraxis. Pädagogik und Psychologie für den Lehrberuf.“.

„Der Begriff „Unterrichtsmedien“ bezeichnet all diejenigen Hilfsmittel, die als Erfahrungssatz oder als Stellvertreter für die Wirklichkeit im Klassenraum zum Einsatz kommen, um Lehren und Lernen zu ermöglichen“.

Die Lehrperson wird also volklich meist die Medien verwenden, die sie in Ihrem Lehrumfeld findet und als geeignet betrachtet. Die zur Verfügung stehenden Medien können dabei vielfältig sein. Sei es die Tafel, mit dessen Hilfe man Tafelbilder zur Veranschaulichung von Problemen schnell visualisieren kann oder auch das konventionalisieren von Farben und Symbolen, um diese dann immer in gleicher Weise zu verwenden. Dabei ist natürlich eine sinnvolle Visualisierung wichtig, um den Augen beim Sehen eine Struktur zu geben, an der sie und das Gehirn sich orientieren können.

Ein weiteres, in der Vergangenheit oft genutztes Medium ist der „Overhead-Projektor“. In Zeiten von Beamern und Tablets muss man allerdings erwähnen, dass solch ein Gerät recht aus der Zeit gefallen wirkt. Dennoch ist das Grundkonzept der Geräte nicht zu verkennen. Mithilfe der Projektoren war es möglich, realistische Abbildungen von Maschinen, Tieren, Modellen etc. direkt in den Klassenraum zu transferieren. Man sollte aber darauf achten, dass man den Betrachter*innen im schulischen Kontext, die Klasse, jedoch nicht mit Informationen überflutet. Das Auflegen einer DIN-A4-Seite mit Fließtext ist kein probates Mittel, um die Aufmerksamkeit der Schüler*innen auf sich zu ziehen.

Als neuere Alternative zum großen und unhandlichen „Overhead-Projektor“ gibt es Dokumentenkameras. Eben jene verfügen über den Vorteil, dass sie leicht sind und über eine Computerschnittstelle (bspw. USB) verfügen. Man ist somit nicht mehr auf analoge Medien beschränkt. Auch lassen sich mit der Hilfe von Visualizern schnell die Ergebnisse aus Gruppenarbeiten, Hausaufgaben oder Präsentationen vorstellen. 

Für die interaktive Einbindung von Lerninhalten aufseiten der Lehrenden bieten sich besonders „White-Boards“ an. Diese Geräte verfügen entweder über einen fest angebrachten Beamer mit optimal abgestimmten Projektionswinkeln oder über ein „Fullscreen Touchdisplay“. Unter zu Hilfename entsprechender Software ist es damit dem Lehrpersonal möglich, bspw. Echtzeit Satellitenaufnahmen von Städten, Wäldern oder Gletschern zu zeigen. Fragestellungen, Probleme oder auch Lösungen werden damit unmittelbar zum Teil des Unterrichts. Durch diese Technik ist es aber auch möglich, direkt auf Detailfragen einzugehen. Schüler*innenbeiträge können so unmittelbar in den Unterricht eingearbeitet werden.

Will man den Schüler*innen einen noch interaktiveren Lernplatz bieten, können Tablets ein möglicher Weg sein. Jede*r Schüler*in hat mit Hilfe die Möglichkeit, individuell oder auch gemeinsam an Aufgaben zu arbeiten. Zudem verfügen die Geräte über Schnittstellen für den Zugriff auf das Internet oder um sich mit Visualizern zu verbinden. Bei entsprechender Einführung und Absicherung ist es den Schüler*innen auch möglich, sich selbst bei Problemen zu helfen. Das setzt allerdings eine entsprechende Einführung in die Technik voraus.